Laufschule Ostseezeit

Laufend unterwegs: Gesund mit dem Joggen beginnen

· Peter Zettl

Die ersten Laufschritte dürfen sich leicht anfühlen. Du musst weder eine bestimmte Strecke schaffen noch eine halbe Stunde durchhalten. Für einen gelungenen Laufeinstieg reichen kurze Abschnitte im lockeren Trab, Gehpausen und die Lust, wieder nach draußen zu gehen. Vielleicht begleitet dich dabei das Rauschen der Ostsee, vielleicht beginnt deine Runde einfach vor der Haustür. Entscheidend ist, dass die Bewegung zu dir und deinem aktuellen Körpergefühl passt.

Laufen für Anfänger: klein anfangen, Freude entwickeln

Wer mit dem Joggen beginnt, hat oft ein Bild im Kopf: Andere laufen scheinbar mühelos kilometerweit. Die eigene Atmung wird dagegen schon nach wenigen Schritten schneller. Das ist kein Grund, am Vorhaben zu zweifeln. Dein Körper muss sich erst an die ungewohnte Belastung gewöhnen.

Regelmäßige Bewegung kann die Ausdauer verbessern, das Herz-Kreislauf-System trainieren und zum Wohlbefinden beitragen. Dabei zählen auch Spaziergänge und andere kleine Bewegungseinheiten, wie das Bundesgesundheitsministerium in seinen Informationen zur gesundheitsfördernden Wirkung von Bewegung erläutert.

Für den Anfang ist deshalb ein überschaubares Ziel hilfreich: zweimal in der Woche bewusst Zeit für Bewegung einplanen und herausfinden, welche Mischung aus Gehen und Laufen angenehm bleibt.

Die erste Runde: kurze Laufabschnitte mit Gehpausen

Gehpausen gehören von Beginn an zum Training. Sie geben dir Gelegenheit, die Atmung zu beruhigen und die Belastung zu dosieren. Warte damit möglichst nicht, bis du völlig außer Atem bist.

Wenn zügiges Gehen bereits gut gelingt und du beschwerdefrei bist, kannst du folgende Runde als vorsichtigen Versuch nutzen:

  1. Fünf Minuten gehen: Starte gemütlich und werde nach und nach etwas flotter.
  2. Eine Minute locker joggen: Wähle ein Tempo, bei dem du dich noch unterhalten kannst.
  3. Zwei Minuten gehen: Lass die Atmung wieder ruhiger werden.
  4. Den Wechsel bis zu fünfmal durchführen: Beende ihn früher, wenn du merkst, dass es für heute reicht.
  5. Fünf Minuten ausgehen: Lass die Runde in einem entspannten Schritttempo ausklingen.

Mit fünf Wiederholungen bist du insgesamt etwa 25 Minuten unterwegs. Davon entfallen nur fünf Minuten auf das Joggen – ein völlig brauchbarer Anfang.

Wenn eine Minute noch zu viel ist

Verkürze die Laufabschnitte auf 20 oder 30 Sekunden oder bleibe zunächst beim flotten Gehen. Auch Walking kann dir helfen, eine Bewegungsroutine aufzubauen. Die passende Ausgangsstufe erkennst du daran, dass du sie gut bewältigst und dich anschließend erholen kannst.

Gesund joggen heißt: das Tempo angenehm halten

Ein häufiger Stolperstein beim Laufeinstieg ist ein zu hohes Tempo. Gerade die ersten Schritte fühlen sich oft leicht an, sodass man unbemerkt beschleunigt. Wenig später wird jeder Atemzug anstrengend.

Als einfache Orientierung dient der Sprechtest: Du solltest während des Laufens noch ganze Sätze sprechen können. Bekommst du nur einzelne Wörter heraus, verlangsame oder wechsle ins Gehen. Dafür brauchst du weder eine Sportuhr noch eine vorgegebene Geschwindigkeit.

Lass die Schultern locker, schwinge die Arme entspannt mit und mache eher kleine, bequeme Schritte. Du musst deinen Laufstil nicht gleich grundlegend verändern. Auch einen festen Atemrhythmus brauchst du dir nicht aufzuzwingen.

An windigen Tagen an der Ostsee kann dieselbe Geschwindigkeit deutlich anstrengender sein. Richte dich dann nach deinem Empfinden und passe das Tempo an.

Einen Laufrhythmus finden, der in den Alltag passt

Zwei kurze Einheiten pro Woche können ein guter Start sein. Wenn du sie gut verträgst, kommt später vielleicht eine dritte hinzu. Plane anfangs mindestens einen lauffreien Tag zwischen den Runden ein.

Feste, realistische Termine erleichtern das Dranbleiben: etwa dienstags nach der Arbeit und samstags am Vormittag. Im Urlaub kann eine kleine Runde vor dem Frühstück gut passen. Wähle Zeiten, die ohne große Umstände funktionieren.

Erst wiederholen, dann behutsam steigern

Bleibe zunächst bei derselben Mischung aus Laufen und Gehen. Wenn sie über mehrere Einheiten angenehm bleibt und auch danach keine Beschwerden auftreten, kannst du einzelne Laufabschnitte etwas verlängern – beispielsweise von einer auf anderthalb Minuten.

Behalte dabei zunächst die Gehpausen und das ruhige Tempo bei. So lässt sich besser einschätzen, wie du die Veränderung verträgst. Es gibt keinen festen Termin, zu dem du durchlaufen können musst.

Nach einer längeren Pause darf der Wiedereinstieg wieder kürzer ausfallen. Versäumte Einheiten musst du nicht nachholen.

Die passende Strecke und einfache Ausrüstung

Für die ersten Runden eignet sich eine ebene, übersichtliche Strecke mit sicherem Untergrund. Eine kurze Runde oder ein Hin- und Rückweg hat einen praktischen Vorteil: Du kannst jederzeit abkürzen.

Wer in Kühlungsborn am Meer starten möchte, sollte tiefen Sand zunächst meiden. Er macht das Laufen deutlich anstrengender. Wähle lieber einen gut begehbaren Weg und achte auf andere Menschen, Fahrräder und mögliche Unebenheiten.

Bequeme Laufschuhe, die sicher sitzen und den Zehen Platz lassen, sowie zum Wetter passende Kleidung genügen für den Anfang. Probiere Schuhe möglichst in Bewegung aus. Teure Zusatzgeräte sind für deine ersten Lauf-Geh-Runden nicht erforderlich.

Auf die Erholung achten

Wie gut eine Einheit gepasst hat, zeigt sich auch danach. Etwas Müdigkeit kann dazugehören. Schmerzen, die beim Laufen zunehmen, deinen Schritt verändern oder wiederholt auftreten, solltest du dagegen abklären lassen.

Bei bekannten Herz-, Kreislauf- oder Lungenerkrankungen sowie bestehenden Gelenkbeschwerden besprich den Einstieg vorher ärztlich. Bei Fieber oder einem akuten Infekt bleibt das Training aus. Brustschmerz, starke ungewöhnliche Atemnot oder Schwindel sind Gründe, sofort aufzuhören und medizinische Hilfe zu holen.

Auch Schlaf, Ruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gehören dazu, wenn du gesund joggen möchtest.

Fortschritte dürfen sich unspektakulär anfühlen

Vielleicht fällt dir nach einigen Wochen auf, dass sich deine Atmung schneller beruhigt. Vielleicht brauchst du vor dem Losgehen weniger Überwindung oder kommst mit einem angenehm freien Kopf zurück. Solche Veränderungen verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit wie längere Laufabschnitte.

Notiere nach einer Runde ruhig einen kurzen Satz: „Das Tempo war angenehm“ oder „Beim nächsten Mal früher gehen“. Damit lernst du deine passende Belastung kennen. Und wenn du nach einer kurzen Runde schon Lust auf die nächste bekommst, hast du einen guten Ausgangspunkt gefunden.